Mit Lightning kannst du Bitcoin schnell und meist zu niedrigen Gebühren senden und empfangen, ohne für jede Zahlung auf eine eigene Transaktion auf der Bitcoin-Blockchain warten zu müssen. In der mobilen BitBoxApp nutzt du dafür eine separate Lightning-Wallet. Deine langfristigen Ersparnisse bleiben in deiner On-Chain-Bitcoin-Wallet, deren Zahlungen durch deine BitBox geschützt sind.

Die Lightning-Wallet ist eine Hot-Wallet: Ihre privaten Schlüssel werden auf deinem Smartphone gespeichert, damit du auch ohne angeschlossene BitBox bezahlen kannst. Die BitBox hilft dir beim Erstellen und Wiederherstellen dieser Wallet, bestätigt aber nicht jede Lightning-Zahlung.

Halte nur ein kleines Guthaben für Zahlungen bereit

Wer Zugriff auf die privaten Schlüssel deiner Lightning-Wallet erhält, kann möglicherweise ihr Guthaben ausgeben. Die Funktion befindet sich außerdem in der Beta-Phase: Sie kann Fehler enthalten, unzuverlässig sein oder vollständig ausfallen. Zahle deshalb nicht mehr Bitcoin ein, als du zu verlieren bereit bist. Große Beträge und langfristige Ersparnisse gehören in deine On-Chain-BitBox-Wallet.

 

Wenn du direkt loslegen möchtest, folge der Anleitung Lightning-Wallet in der BitBoxApp einrichten.

Wie Guthaben zwischen Bitcoin und Lightning wechselt

Du kannst beispielsweise einen kleinen Betrag von einem BitBox-Bitcoin-Konto in deine Lightning-Wallet übertragen, unterwegs mit dem Smartphone einen Kaffee bezahlen und später nicht benötigtes Guthaben auf dein On-Chain-Konto zurücküberweisen. In beiden Wallets hältst du Bitcoin. Durch die Übertragung ändert sich, wie du darüber verfügst und Zahlungen freigibst.

Wenn du die Lightning-Wallet von einem BitBox-Bitcoin-Konto auflädst, entsteht eine On-Chain-Transaktion, die du auf der BitBox prüfst und bestätigst. Dafür fällt eine Bitcoin-Netzwerkgebühr an. Außerdem sind Blockchain-Bestätigungen erforderlich, bevor du das Guthaben über Lightning ausgeben kannst. Du kannst aber auch direkt eine Lightning-Zahlung aus einer anderen Wallet empfangen, ohne zuvor eine On-Chain-Einzahlung vorzunehmen.

Mit deinem Lightning-Guthaben kannst du anschließend Zahlungen senden und empfangen, ohne die BitBox anzuschließen. Eine Auszahlung auf dein Bitcoin-Konto bringt das Guthaben wieder auf die Blockchain. Dabei fallen erneut eine Gebühr und die Wartezeit für Bitcoin-Bestätigungen an.

Was die BitBox schützt

Beide Wallets werden in derselben App angezeigt. Ihre privaten Schlüssel sind jedoch unterschiedlich geschützt:

Sicherheitsfrage On-Chain-BitBox-Wallet Lightning-Wallet
Wo werden die privaten Schlüssel gespeichert? In deiner BitBox-Hardware-Wallet. In der BitBoxApp auf deinem Smartphone.
Wo bestätigst du eine Zahlung? Auf der BitBox. In der mobilen App, ohne die BitBox.

Beim Einrichten leitet die BitBox ein separates Geheimnis ab und fordert dich auf, die Erstellung der Lightning-Wallet zu bestätigen. Der ursprüngliche Seed deiner BitBox-Wallet wird dabei nicht an die App weitergegeben. Aus dem abgeleiteten Lightning-Geheimnis lassen sich weder dieser Seed noch die privaten Schlüssel deiner On-Chain-Wallet berechnen.

Wie Spark die Wallet mit Lightning verbindet

Die BitBoxApp nutzt Spark, ein System für Übertragungen außerhalb der Bitcoin-Blockchain, das mit dem Lightning-Netzwerk verbunden ist. So kannst du Lightning-Zahlungsanforderungen, sogenannte Invoices, bezahlen und Lightning-Zahlungen empfangen, ohne selbst einen Lightning-Node zu betreiben oder Zahlungskanäle zu öffnen und zu verwalten. Die App bindet diese Dienste über eine Softwarekomponente namens Breez SDK ein.

Die Wallet ist nicht verwahrend, auch „non-custodial“ genannt: Du kontrollierst ihre privaten Schlüssel über die BitBoxApp. Übertragungen setzen jedoch auch voraus, dass die Spark-Betreiber zusammenarbeiten und das Protokoll einhalten. Die Kontrolle über die Schlüssel macht dich daher nicht unabhängig von diesen Diensten.

Die aktuelle BitBoxApp unterstützt keinen einseitigen Exit. Das bedeutet, dass du eine Auszahlung auf die Bitcoin-Blockchain nicht eigenständig erzwingen kannst, wenn die benötigte Spark-Infrastruktur nicht verfügbar ist oder nicht mitwirkt. Diese Abhängigkeit ist auch für die Wiederherstellung wichtig.

Was dein vorhandenes Backup wiederherstellen kann

Für Lightning brauchst du keine weiteren Wiederherstellungswörter. Dieselbe BitBox-Wallet kann die Lightning-Schlüssel über eine wiederholbare Ableitung auf Basis von BIP-85 erneut erzeugen. Geht deine BitBox verloren, kannst du ihr vorhandenes Backup auf einer Ersatz-BitBox wiederherstellen. Diese kann anschließend dieselben Schlüssel ableiten.

Die Schlüssel allein reichen für die Wiederherstellung jedoch nicht aus: Dein BitBox-Backup enthält nicht alle aktuellen Spark-Wallet-Daten. Die App benötigt weiterhin Spark, um Guthaben, Transaktionsverlauf und Wallet-Zustand abzurufen. Bei einem Spark-Ausfall garantieren die wiederhergestellten Schlüssel allein daher keinen Zugriff auf das Guthaben. Eine Wallet, die mit Schließen und Guthaben auszahlen geschlossen wurde, lässt sich nicht wiederherstellen.

Falls die ursprüngliche BitBox-Wallet eine optionale Passphrase verwendet hat, benötigst du genau dieselbe Passphrase. Sie ist nicht im Backup enthalten. Die Standard-Wallet und jede durch eine Passphrase geschützte Wallet leiten unterschiedliche Lightning-Wallets ab. Die Passphrase bestimmt also, welche Wallet du wiederherstellst. Sie schützt aber keine Zahlungen aus einer Lightning-Wallet, die bereits auf deinem Smartphone aktiv ist.

Stelle das BitBox-Backup ausschließlich über den Wiederherstellungsprozess der Hardware-Wallet wieder her. Gib Wiederherstellungswörter oder Backup-Inhalte niemals in die BitBoxApp, auf einer Website, in einem Chat oder in einem Supportformular ein. Den technischen Hintergrund erklärt der Artikel Wie die BitBox02 den Seed für die Lightning-Wallet ableitet.

Wenn du die Wallet auf einem anderen Smartphone wiederherstellst, wird der Zugriff auf einem verlorenen oder gestohlenen Smartphone dadurch nicht gesperrt. Ist ein Smartphone mit dieser Wallet verloren gegangen, gestohlen worden oder nicht mehr vertrauenswürdig, betrachte das Lightning-Guthaben als gefährdet und wende dich an den BitBox Support. Teile auch mit dem Support niemals geheime Wallet-Daten.

Gebühren und Wartezeiten

Die Kosten und Wartezeiten unterscheiden sich zwischen Lightning-Zahlungen und Übertragungen zur oder von der Bitcoin-Blockchain:

Vorgang Was du erwarten kannst
Lightning-Zahlung empfangen Für Lightning-Zahlungen, die du über diese Integration empfängst, zahlst du keine Gebühr. Die Lightning-Zahlungsgebühr trägt der Absender.
Lightning-Zahlung senden Die Gebühr hängt vom Betrag und der verfügbaren Zahlungsroute ab. Vor dem Senden zeigt die App die Gebühr und den gesamten Betrag an, der von deinem Guthaben abgezogen wird.
Von einem Bitcoin-Konto aufladen Eine Bitcoin-Netzwerkgebühr fällt an, und Blockchain-Bestätigungen sind erforderlich.
Auf ein Bitcoin-Konto auszahlen Die App zeigt die anfallende Gebühr vor deiner Bestätigung an. Die daraus entstehende Bitcoin-Transaktion benötigt Blockchain-Bestätigungen.

Lightning-Zahlungen sind in der Regel schnell und kostengünstig. Eine bestimmte Gebühr oder Dauer lässt sich jedoch nicht garantieren. Wenn du dein Guthaben für Zahlungen im Voraus auflädst, musst du beim Bezahlen nicht erst auf eine On-Chain-Einzahlung warten.

Verfügbarkeit

Lightning ist in der mobilen BitBoxApp verfügbar, nicht in der Desktop-App. Unter Android kannst du die ursprüngliche BitBox02 oder eine BitBox02 Nova verwenden. Für iPhone und iPad brauchst du eine BitBox02 Nova. Die Bitcoin-only- und die Multi-Edition funktionieren dabei gleich.

Nutze die neueste unterstützte BitBoxApp und die darin angebotene Firmware. Die aktuellen Plattformanforderungen findest du unter Unterstützte Geräte und Betriebssysteme für die BitBoxApp.


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