Geht deine BitBox02 verloren, wird sie beschädigt oder zurückgesetzt, kannst du mit einem Wallet-Backup auf einer kompatiblen Hardware-Wallet wieder auf dein Guthaben zugreifen. Eine Form dieses Backups sind die Wiederherstellungswörter: eine geordnete Wortliste, mit der die Wallet die privaten Schlüssel für dein Guthaben erneut erzeugen kann. Nutzt du eine optionale Passphrase, brauchst du zusätzlich genau diese Passphrase, um auf die damit geschützte Wallet zuzugreifen.
Wiederherstellungswörter werden auch Seed Phrase, Recovery Phrase oder Mnemonic genannt. Wenn du ihre Funktion verstehst, kannst du dein Backup gezielt schützen und weißt, was du brauchst, falls du deine BitBox02 nicht mehr nutzen kannst.
Halte deine Wiederherstellungswörter geheim und offline
Wer deine Wiederherstellungswörter besitzt, kann die Wallet ohne deine BitBox02 und ohne dein Gerätepasswort wiederherstellen. Bei einer Wallet mit optionaler Passphrase ist zusätzlich diese Passphrase nötig. Gib die Wörter zur Wiederherstellung ausschließlich direkt auf einer vertrauenswürdigen, kompatiblen Hardware-Wallet ein. Teile sie niemals mit anderen und gib sie weder auf einer Website noch in einer Computer- oder Smartphone-App, einem Supportformular, Chat, Passwortmanager, Cloud-Dienst oder KI-Tool ein. Der BitBox-Support wird dich niemals danach fragen.
Wie Wiederherstellungswörter und microSD-Backup zusammenhängen
Bei der normalen Einrichtung speichert die BitBox02 ein Backup auf der microSD-Karte, ohne dich zum Aufschreiben der Wiederherstellungswörter aufzufordern. Trotzdem hat auch diese Wallet Wiederherstellungswörter. Du kannst sie später auf der BitBox02 anzeigen lassen und ein schriftliches Backup erstellen. Die Wörter erscheinen dabei nur auf dem Gerät, niemals in der BitBoxApp.
Das microSD-Backup und die aufgeschriebenen Wörter bieten zwei Wege, dieselbe zugrunde liegende Wallet wiederherzustellen. Eine zusätzliche schriftliche Kopie erstellt keine neue Wallet und überträgt kein Guthaben. Papier und Stahl sind lediglich unterschiedliche Materialien, auf denen du dieselben Wörter festhalten kannst.
Standardmäßig erstellt die BitBox02 eine Wallet mit 24 englischen Wiederherstellungswörtern. Bei der Einrichtung kannst du über eine erweiterte Option stattdessen 12 Wörter wählen; bei einer bestehenden Wallet lässt sich die Wortanzahl nicht mehr ändern. Diese Auswahl erklärt der Artikel zu den erweiterten Backup-Optionen. Wenn du dich für eine Aufbewahrungsform entscheiden möchtest, hilft dir der Vergleich von microSD-, Papier- und Stahl-Backups.
Was du mit den Wiederherstellungswörtern wiederherstellst
Deine Coins sind in der Blockchain verzeichnet, nicht in der BitBox02 oder im Backup gespeichert. Mit dem Backup stellst du die Schlüssel wieder her, mit denen du über diese Coins verfügen kannst.
Beim Erstellen einer Wallet erzeugt die BitBox02 geheime Zufallsdaten. Der BIP39-Standard stellt diese Daten als Wiederherstellungswörter dar. Aus den Wörtern und, falls du eine nutzt, der optionalen Passphrase wird der Wallet-Seed abgeleitet. Daraus kann die Wallet ihre Konten, privaten Schlüssel und Empfangsadressen erneut erzeugen.
Deshalb musst du dein Backup nicht aktualisieren, wenn du Guthaben sendest oder empfängst, eine neue Empfangsadresse erzeugst oder ein weiteres Konto derselben Wallet hinzufügst. Erstellst du dagegen eine andere Wallet mit neuen Wiederherstellungswörtern, brauchst du dafür ein neues Backup.
Für die Wiederherstellung auf einer anderen Wallet müssen auch die jeweiligen Netzwerke, Kontotypen und Ableitungspfade unterstützt werden. Ableitungspfade legen fest, wo die Wallet nach den Konten sucht. BIP39-Unterstützung allein garantiert daher nicht, dass jedes Konto automatisch erscheint. Mehr dazu erfährst du im Artikel Wie BitBox-Konten und Backups funktionieren.
Wiederherstellungswörter, Gerätepasswort und optionale Passphrase
Diese Geheimnisse erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wenn du sie auseinanderhalten kannst, vermeidest du, dass aus einem Problem mit dem Gerät ein Verlust des Wallet-Zugriffs wird.
- Wiederherstellungswörter: Damit stellst du die Schlüssel der Wallet auf einem kompatiblen Gerät wieder her. Bewahre jedes Wort in der genauen nummerierten Reihenfolge auf.
- Gerätepasswort: Damit entsperrst du deine konkrete BitBox02 im Alltag. Es ersetzt kein Wallet-Backup. Wer dein Backup auf einem anderen Gerät wiederherstellt, braucht dieses Passwort nicht.
- Optionale Passphrase: Sie erzeugt zusammen mit den Wiederherstellungswörtern eine separate Wallet. Zur Wiederherstellung dieser Wallet brauchst du neben dem Backup exakt dieselbe Passphrase. Sie ist weder in den Wiederherstellungswörtern noch im microSD-Backup enthalten.
Eine andere Passphrase öffnet eine andere, meist leere Wallet, statt eine Meldung über ein falsches Passwort auszulösen. Halte eine verwendete Passphrase deshalb separat und zuverlässig offline für die Wiederherstellung fest. Lies vor dem Aktivieren der Funktion, wie eine optionale Passphrase funktioniert.
Auch bei den Wiederherstellungswörtern zählt die genaue Schreibweise und Reihenfolge. Ein fehlendes oder falsch geschriebenes Wort oder eine falsche Reihenfolge kann die Wortfolge ungültig machen. Ist eine veränderte Wortfolge weiterhin gültig, führt sie zu einer anderen Wallet. Wähle die Wörter nicht selbst aus, ordne sie nicht neu an und übersetze oder verkürze dein Backup nicht.
Dein Backup schützen und überprüfen
Notiere die Wörter leserlich in der richtigen Reihenfolge und überprüfe deine Kopie anschließend mit der Prüffunktion der BitBox02. Folge dazu der Anleitung zum Anzeigen und Überprüfen deiner Wiederherstellungswörter. Dafür musst du das Gerät nicht zurücksetzen.
Bewahre das Backup offline, vor fremdem Zugriff geschützt und getrennt von deiner BitBox02 auf. Fotografiere, scanne oder drucke die Wörter nicht, versende sie nicht per E-Mail und speichere sie nicht digital. Achte beim Umgang mit ihnen darauf, dass keine Kamera und keine andere Person sie sehen oder aufzeichnen kann. Auch ein microSD-Backup enthält ein Wallet-Geheimnis: Stecke die Karte ausschließlich in deine BitBox02 und bewahre sie nach Gebrauch sicher auf.
Wenn du ein microSD-Backup nutzt, kannst du anhand der Anleitung zum Überprüfen deines microSD-Backups kontrollieren, ob es lesbar ist. Wie du die Aufbewahrung planst und das Backup vor Beschädigung schützt, erklärt der Artikel Wiederherstellungswörter sicher aufbewahren.
Wenn dein Backup fehlt oder du dein Gerät nicht nutzen kannst
Du kannst die BitBox02 mit der betreffenden Wallet noch entsperren: Ein verlorenes schriftliches Backup allein nimmt dir nicht den Zugriff auf dein Guthaben. Erstelle mithilfe der oben verlinkten Anleitung zum Anzeigen und Überprüfen der Wörter eine korrekte schriftliche Kopie. Setze das Gerät vorher nicht zurück. Falls jemand das alte Backup gefunden oder kopiert haben könnte, folge stattdessen dem nächsten Abschnitt.
Dein Gerät ist nicht verfügbar, aber du hast ein Backup: Verwende zur Wiederherstellung eine vertrauenswürdige, kompatible Hardware-Wallet. Mit aufgeschriebenen Wörtern hilft dir die Anleitung Wallet mit Wiederherstellungswörtern wiederherstellen. Ein nutzbares microSD-Backup bietet ebenfalls einen Weg zurück zur Wallet, auch wenn du die Wörter nie aufgeschrieben hast. Folge dafür der Anleitung zum Wiederherstellen eines microSD-Backups auf einer BitBox02. Bei einer Wallet mit Passphrase brauchst du in beiden Fällen zusätzlich exakt diese Passphrase.
Du hast weder Zugriff auf die Wallet noch ein nutzbares Backup: Der BitBox-Support kann deine Wiederherstellungswörter oder privaten Schlüssel nicht erneut erzeugen. Ohne die benötigten Daten zur Wiederherstellung lässt sich der Zugriff auf das Guthaben nicht wiederherstellen. Wenn du unsicher bist, welcher Weg für dich infrage kommt, kontaktiere den BitBox-Support. Beschreibe dabei nur, ob du das Gerät entsperren kannst, ob du ein microSD- oder schriftliches Backup hast und ob du eine optionale Passphrase nutzt. Sende niemals das Backup, die Wörter, Passwörter oder die Passphrase.
Wenn jemand dein Backup gesehen oder kopiert hat
Behandle deine Wiederherstellungswörter als kompromittiert, wenn jemand anderes sie gesehen oder kopiert hat oder wenn du sie in Software eingegeben hast. Ein microSD-Backup gilt als kompromittiert, wenn jemand anderes eine Kopie davon erhalten hat. Eine neue Kopie derselben Wörter macht das offengelegte Backup nicht unbrauchbar. Um nicht mehr davon abhängig zu sein, brauchst du eine neue Wallet mit neuen Wiederherstellungswörtern und einem neuen Backup. Anschließend musst du das Guthaben auf diese Wallet übertragen.
Wenn du noch auf das Guthaben zugreifen kannst, handle zügig. Setze dein einziges funktionierendes Gerät aber erst zurück, wenn du geklärt hast, wie du wieder auf die bisherige Wallet zugreifen kannst. Die nötigen Backup-Voraussetzungen und die Reihenfolge der Übertragung findest du in der Anleitung zum Übertragen auf eine neue Wallet mit nur einer BitBox02. Eine optionale Passphrase ist kein Grund, offengelegte Wiederherstellungswörter weiterzuverwenden.