Mit der mitgelieferten microSD-Karte gelingt der Einstieg für die meisten Nutzer der BitBox02 und BitBox02 Nova am einfachsten: Das Gerät erstellt das Backup, ohne dass du Wiederherstellungswörter von Hand abschreiben musst. Eine schriftliche Kopie dieser Wörter gibt dir mehr Flexibilität bei der Wiederherstellung auf einer anderen kompatiblen Hardware-Wallet. Stahl schützt die Wörter wiederum besser vor physischen Schäden als Papier.
Du kannst diese Möglichkeiten kombinieren und neben dem microSD-Backup dieselben Wiederherstellungswörter auf Papier, einer Backup-Karte oder in Stahl festhalten. Entscheidend ist, wie du eine einfache Wiederherstellung, Widerstandsfähigkeit und Kosten miteinander abwägst und wie zuverlässig du jede Kopie schützen kannst.
Jedes vollständige Backup enthält ein Wallet-Geheimnis
Mit einem microSD-Backup oder den vollständigen Wiederherstellungswörtern lässt sich deine Wallet ohne die ursprüngliche BitBox02 und ohne deren Gerätepasswort wiederherstellen. Verwendest du eine optionale Passphrase, brauchst du zusätzlich exakt dieselbe Passphrase, um auf die damit geschützte Wallet zuzugreifen. Sie ist in keiner der beiden Backup-Formen enthalten. Bewahre jedes Backup geheim und offline auf. Der BitBox Support wird dich niemals auffordern, dein Backup oder deine Wiederherstellungswörter weiterzugeben.
microSD, Papier und Stahl im Vergleich
Beim microSD-Backup schreibt die BitBox02 eine Datei direkt auf die Karte. Wiederherstellungswörter, auch Seed Phrase genannt, stellen dieselben zugrunde liegenden Wiederherstellungsinformationen in einer für Menschen lesbaren Form dar. Papier, eine dafür vorgesehene Backup-Karte und Stahl sind unterschiedliche Materialien, auf denen du diese Wörter festhalten kannst. Dadurch entstehen keine unterschiedlichen Wallets.
Der folgende Vergleich hilft dir, ein Backup zu wählen, das zu deinem Wiederherstellungsplan und den Bedingungen am Aufbewahrungsort passt.
| Backup | Besonders geeignet für | Wichtigster Vorteil | Wichtigste Einschränkung |
|---|---|---|---|
| microSD | Unkomplizierte Einrichtung und Wiederherstellung mit einer BitBox02 oder BitBox02 Nova | Automatische Erstellung ohne Abschreiben der Wörter | Die reguläre Wiederherstellung erfolgt mit einer BitBox02; die Karte kann ausfallen oder beschädigt werden |
| Wiederherstellungswörter auf Papier oder einer Backup-Karte | Eine kostengünstige, lesbare Kopie für die Wiederherstellung mit kompatiblen Hardware-Wallets | Keine Abhängigkeit von einem elektronischen Speichermedium oder einer BitBox-spezifischen Backup-Datei | Die Wörter müssen fehlerfrei übertragen werden; Material und Schrift können altern oder beschädigt werden |
| Wiederherstellungswörter in Stahl | Langfristige Aufbewahrung, wenn Schäden durch Umwelteinflüsse ein besonderes Risiko darstellen | Höhere Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Wasser und Abnutzung | Höhere Kosten und sorgfältige manuelle Übertragung; der Schutz hängt vom Produkt und den Bedingungen ab |
Keines dieser Materialien verhindert, dass jemand ein gefundenes oder kopiertes Backup zur Wiederherstellung nutzt. Wähle deshalb Material und Aufbewahrungsort gemeinsam: Widerstandsfähigkeit und Schutz vor fremdem Zugriff erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
microSD: einfache Einrichtung und Wiederherstellung mit der BitBox
Bei der Standardeinrichtung wird das Backup auf der mitgelieferten microSD-Karte erstellt. Geht dein Gerät verloren, wird es beschädigt oder zurückgesetzt, kannst du damit die Wallet auf einer neuen oder zurückgesetzten BitBox02 wiederherstellen. Das gilt auch für die BitBox02 Nova. Du musst die Wiederherstellungswörter dafür nicht vorher aufgeschrieben haben.
Die Backup-Datei ist unverschlüsselt und wird nicht durch dein Gerätepasswort geschützt. Nimm die Karte nach der Verwendung heraus und bewahre sie geheim und getrennt vom Gerät auf. Stecke die Backup-Karte bei der regulären Verwendung und Überprüfung ausschließlich in deine BitBox02, niemals in einen Computer, ein Smartphone oder eine Kamera.
Für die Ersteinrichtung folge der microSD-Einrichtungsanleitung für Computer und Android oder der Anleitung für die BitBox02 Nova auf iPhone und iPad.
Kann eine andere Hardware-Wallet das microSD-Backup wiederherstellen?
Andere Hardware-Wallets können die BitBox-microSD-Backup-Datei normalerweise nicht direkt importieren. Mit schriftlichen Wiederherstellungswörtern bist du davon unabhängig, sofern die andere Wallet den passenden Wiederherstellungsstandard, die Netzwerke, Kontotypen und Ableitungspfade unterstützt. Ableitungspfade legen fest, wo die Konten zu finden sind. Die Unterstützung von BIP39 allein garantiert nicht, dass alle Konten automatisch erscheinen.
Ist die reguläre Wiederherstellung mit einer BitBox02 nicht mehr möglich und hast du keine schriftlichen Wiederherstellungswörter, gibt es die Notfallanleitung zum Auslesen der Wiederherstellungswörter aus einem microSD-Backup. Dieses Verfahren ist ein letzter Ausweg und muss offline durchgeführt werden. Da die Wörter dabei auf einem Computer offengelegt werden, gelten sie anschließend dauerhaft als kompromittiert. Du musst danach das gesamte Guthaben auf eine neue Wallet mit einem neuen Backup übertragen. Halte dich an die Voraussetzungen und die Reihenfolge der Notfallanleitung; verwende das Auslesen nicht zur Überprüfung eines Backups.
Wiederherstellungswörter auf Papier, einer Backup-Karte oder in Stahl
Eine physische Kopie der Wiederherstellungswörter eignet sich, wenn du ein lesbares Backup möchtest, das sich mit kompatiblen Hardware-Wallets verwenden lässt, ohne zuerst eine microSD-Datei auf einer BitBox02 wiederherzustellen. Übertrage jedes Wort genau und behalte seine nummerierte Position bei. Gib die Wörter zur regulären Wiederherstellung direkt auf einer vertrauenswürdigen, kompatiblen Hardware-Wallet ein. Auch Software-Wallets können dieselben Wörter unterstützen. Durch die Eingabe in Software legst du das Wallet-Geheimnis jedoch auf dem jeweiligen Computer oder Smartphone offen.
Papier oder eine Backup-Karte ist kostengünstig und leicht vorzubereiten. Feuer, Wasser, verblassende Schrift und Abnutzung können ein Papier-Backup beschädigen. Die BitBox Backup-Karte bietet eine übersichtliche Vorlage und eine schützende Laminierhülle. Trotzdem braucht sie einen Aufbewahrungsort, der vor Diebstahl und Umweltschäden schützt.
Stahl eignet sich eher, wenn dir die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse wichtiger ist als Kosten und Einrichtungsaufwand. Der Schutz hängt von Material, Bauweise, Aufzeichnungsmethode und den tatsächlichen Bedingungen ab; eine Garantie gegen jede Katastrophe bietet er nicht. Vergleiche bei Produkten wie Steelwallet, Steelwallet Pro und Seedor, wie viele Wörter sie aufnehmen und wie diese festgehalten werden. Prüfe das fertige Backup sorgfältig, bevor du dich darauf verlässt, besonders bei dauerhaften Markierungen.
Bei der Standardeinrichtung verwenden BitBox02 und BitBox02 Nova 24 englische Wiederherstellungswörter; über eine erweiterte Option sind auch 12 möglich. Wähle ein Speichermedium mit genügend Platz für deine vollständige Wortliste. Die Anzahl wird beim Erstellen der Wallet festgelegt und lässt sich danach nicht ändern. Mehr dazu erfährst du unter erweiterte Backup-Optionen.
Wenn du von Anfang an auf ein microSD-Backup verzichten möchtest, folge der Anleitung zur Einrichtung einer BitBox02 mit manuell notierten Wiederherstellungswörtern. Ist deine Wallet bereits eingerichtet, kannst du wie im nächsten Abschnitt beschrieben eine physische Kopie ergänzen.
Ein weiteres Backup erstellen oder die Aufbewahrung ändern
Wenn du die BitBox02 mit deiner Wallet entsperren kannst, lässt sich ein microSD-Backup ergänzen oder eine Kopie der Wiederherstellungswörter anfertigen. Dafür musst du weder eine neue Wallet erstellen noch Guthaben übertragen. Eine weitere vollständige Kopie an einem getrennten sicheren Ort kann das Risiko verringern, bei einem einzigen Vorfall alle Backups zu verlieren. Jede zusätzliche Kopie kann aber auch gefunden oder kopiert werden. Erstelle deshalb nur so viele, wie du zuverlässig schützen kannst.
- Ein microSD-Backup ergänzen: Folge der Anleitung zum Erstellen eines microSD-Backups. Prüfe anschließend mit der Backup-Prüffunktion der BitBox02, ob das Backup auf der Karte lesbar ist. Die Karte bleibt dafür in der BitBox02; ein Zurücksetzen ist nicht nötig.
- Eine Kopie auf Papier oder in Stahl ergänzen: Folge der Anleitung zum Anzeigen und Überprüfen der Wiederherstellungswörter auf der BitBox02. Die Wörter erscheinen auf dem Hardware-Gerät, niemals in der BitBoxApp. Gleiche jedes Wort und seine Position mit deiner fertigen physischen Kopie ab und schließe die Wortüberprüfung auf dem Gerät ab.
Behalte dein bisheriges nutzbares Backup, bis du die neue Kopie erfolgreich überprüft hast. Schlägt die Prüfung fehl oder stimmen die Wörter nicht überein, behalte die funktionierende Wallet auf dem Gerät und kläre das Problem mithilfe der jeweiligen Anleitung oben. Eine zusätzliche Kopie macht ältere Kopien derselben Wallet nicht ungültig. Du musst das Gerät nicht zurücksetzen, um die Aufbewahrungsmethode zu ändern.
Die sichere Aufbewahrung planen
Bewahre jedes Backup offline, geheim und getrennt von der Hardware-Wallet auf. Erstelle keine Fotos, Scans oder Ausdrucke deiner Wiederherstellungswörter. Versende sie nicht per E-Mail und speichere sie nicht digital, auch nicht in einem Cloud-Dienst, Passwortmanager oder KI-Tool. Wie du geeignete Orte auswählst und den Zugriff auf zusätzliche Kopien planst, erklärt die Anleitung zum sicheren Aufbewahren von Wiederherstellungswörtern.
Falls du eine optionale Passphrase verwendest, halte sie separat und zuverlässig offline für die Wiederherstellung fest. Eine erfolgreiche Backup-Prüfung überprüft die Passphrase nicht. Geht sie verloren, kannst du dauerhaft den Zugriff auf die damit geschützte Wallet verlieren, selbst wenn das microSD-Backup oder die Wiederherstellungswörter korrekt sind. Informiere dich darüber, wie eine optionale Passphrase funktioniert und welche Wiederherstellungsrisiken sie mit sich bringt, bevor du dich für diesen zusätzlichen Schutz entscheidest.